Schilddrüsenhormone spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Stoffwechsel und regulieren wichtige Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Körpertemperatur und Energieverbrauch. Die beiden Haupthormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) werden in der Schilddrüse produziert und beeinflussen nahezu alle Organsysteme.
Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) werden synthetische Schilddrüsenhormone eingesetzt, um den Hormonmangel auszugleichen. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) kommen hingegen hemmende Medikamente zum Einsatz.
In Deutschland sind folgende Präparate verfügbar:
Die Dosierung erfolgt individuell nach Laborwerten und wird schrittweise angepasst. Wichtig ist die nüchterne Einnahme am Morgen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Herzrhythmusstörungen bei Überdosierung. Wechselwirkungen bestehen mit Calcium, Eisen und verschiedenen Medikamenten, weshalb ein zeitlicher Abstand eingehalten werden sollte.
Weibliche Sexualhormone, insbesondere Östrogene und Gestagene, steuern den Menstruationszyklus, die Fruchtbarkeit und beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen. Diese Hormone spielen eine wichtige Rolle von der Pubertät bis zu den Wechseljahren und darüber hinaus.
In den Wechseljahren kann eine Hormonersatztherapie Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen lindern. Zur Verhütung stehen verschiedene hormonelle Methoden zur Verfügung, die unterschiedliche Hormonkombinationen enthalten.
Verfügbare Verhütungs- und Therapieoptionen umfassen:
Sexualhormone können auch bei Menstruationsstörungen, PCO-Syndrom und anderen gynäkologischen Problemen eingesetzt werden. Zu beachten sind mögliche Risiken wie erhöhte Thrombosegefahr, besonders bei Raucherinnen über 35 Jahren. Kontraindikationen umfassen bestimmte Krebsarten, Lebererkrankungen und Thrombosen in der Vorgeschichte. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist erforderlich.
Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon und spielt eine entscheidende Rolle für die körperliche und geistige Gesundheit des Mannes. Es beeinflusst Muskelaufbau, Knochendichte, Libido und allgemeines Wohlbefinden. Bei einem Testosteronmangel (Hypogonadismus) können verschiedene Symptome auftreten:
Die Testosteronersatztherapie wird in verschiedenen Anwendungsformen angeboten. Gele wie Testogel und Androtop ermöglichen eine tägliche Anwendung, während Injektionen wie Nebido nur alle drei Monate verabreicht werden müssen. Auch Pflaster stehen zur Verfügung. Eine regelmäßige ärztliche Überwachung ist essentiell, um Wirksamkeit zu kontrollieren und mögliche Nebenwirkungen wie Blutbildveränderungen oder Prostataprobleme frühzeitig zu erkennen.
Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert und bei Diabetes mellitus substituiert werden muss. Die moderne Diabetestherapie bietet verschiedene Insulintypen für unterschiedliche Bedürfnisse:
Moderne Insulinpens erleichtern die Anwendung erheblich und bieten präzise Dosierung. Neben Insulin haben sich GLP-1-Agonisten wie Ozempic, Victoza und Trulicity als wirksame Therapieoption etabliert. Diese Medikamente senken nicht nur den Blutzucker, sondern können auch zur Gewichtsreduktion beitragen.
Während bei Typ-1-Diabetes eine lebenslange Insulintherapie unverzichtbar ist, wird bei Typ-2-Diabetes oft stufenweise vorgegangen. Die Therapie beginnt meist mit oralen Antidiabetika und wird bei Bedarf um Insulin oder GLP-1-Agonisten erweitert.
Cortisol ist das wichtigste Stresshormon der Nebennierenrinde und reguliert zahlreiche Körperfunktionen. In der medizinischen Therapie werden sowohl natürliche als auch synthetische Corticosteroide eingesetzt, um verschiedene Erkrankungen zu behandeln. Diese Hormone wirken entzündungshemmend, immunsuppressiv und beeinflussen den Stoffwechsel.
Bei einer Unterfunktion der Nebennierenrinde ist eine lebenslange Hormonersatztherapie erforderlich. Die Behandlung erfolgt mit synthetischen Corticosteroiden, die den Cortisolmangel ausgleichen und lebensbedrohliche Krisen verhindern.
In deutschen Apotheken sind verschiedene Corticosteroid-Präparate erhältlich:
Bei Langzeittherapie ist ein schrittweises Ausschleichen erforderlich, um eine Nebennierenrindeninsuffizienz zu vermeiden. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Gewichtszunahme, Osteoporose und erhöhte Infektanfälligkeit.
Wachstumshormon (Somatropin) wird bei Kindern mit Wachstumshormonmangel und bestimmten Wachstumsstörungen eingesetzt. Bei Erwachsenen kommt es zur Behandlung eines schweren Wachstumshormonmangels zum Einsatz, der zu Stoffwechselstörungen und verminderter Lebensqualität führen kann.
In Deutschland sind verschiedene Wachstumshormon-Präparate verfügbar:
Bei Akromegalie werden Somatostatin-Analoga wie Octreotid eingesetzt, um die übermäßige Wachstumshormonproduktion zu hemmen. Die Therapie erfordert regelmäßige Überwachung durch Blutuntersuchungen und Dosisanpassungen. Alle Wachstumshormon-Präparate müssen kühl gelagert und sachgerecht gehandhabt werden, um ihre Wirksamkeit zu gewährleisten.